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Vergabemonitor Winter 2025: Stabilisierung auf hohem Niveau
Der aktuelle Vergabemonitor Winter 2025 zeigt eine deutliche Beruhigung der Marktdynamik nach den starken Umwälzungen infolge der Totalrevision des Beschaffungsrechts. Während Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien inzwischen fest in der Vergabepraxis verankert sind, flachen die Zuwachsraten bei vielen Indikatoren bis Ende 2025 ab.
Der Bericht, herausgegeben von Bauenschweiz unter Mitwirkung von Entwicklung Schweiz, analysiert die Umsetzung des Kulturwandels vom reinen Preiswettbewerb hin zum „vorteilhaftesten“ Angebot.
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Wichtigste Kennzahlen im Überblick (Q4 2025)
Die Analyse der Ausschreibungen auf simap.ch liefert für Gesamtleister und Entwickler folgende Kernwerte:
- Qualitätskriterien: Der Anteil qualitativer Kriterien bleibt stabil bei 53,4 %. Besonders hoch gewichtet wird die Qualität bei Ingenieurleistungen (67,9 %).
- Nachhaltigkeit: Mit 50,0 % erreichte dieser Indikator seinen bisherigen Höchststand, wobei sich das zuvor zweistellige Wachstum deutlich verlangsamt hat.
- Plausibilität des Angebots: Dieses neue Kriterium wird in 5,3 % der Ausschreibungen angewendet, was auf eine vorläufige Sättigung hindeutet.
- Zulassung von Varianten: Nach einem starken Rückgang im Vorjahr hat sich der Anteil der Ausschreibungen mit zugelassenen Varianten auf 8,9 % stabilisiert.
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Entwicklung spezifischer Verfahren
Für die Mitglieder von Entwicklung Schweiz sind insbesondere die Daten zu komplexen Verfahrensformen aufschlussreich:
- Dialogverfahren: Trotz punktueller Zunahmen in der Architektur ist der schweizweite Anteil mit 0,6 % weiterhin sehr gering.
- Gesamtleistungswettbewerbe: Diese bleiben mit einem Anteil von lediglich 0,1 % eine seltene Ausnahme im Schweizer Beschaffungswesen.
- Projekt- und Ideenwettbewerbe: Sie machen etwa 0,8 % aller Ausschreibungen aus.
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Regionale Treiber des Kulturwandels
Der kulturelle Wandel wird nicht überall gleich stark vorangetrieben. Als wesentliche Treiber identifiziert der Monitor vor allem:
- Die Vergabebehörden des Bundes.
- Die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Wallis und Aargau.
Diese Akteure erzielen über mehrere Indikatoren hinweg – insbesondere bei der Nachhaltigkeit und Qualität – die signifikantesten Fortschritte.
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Fazit für die Praxis
Der Vergabemonitor verdeutlicht, dass die Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit keine Trends mehr sind, sondern zum Standard im öffentlichen Bauwesen geworden sind. Für Entwickler und Gesamtleister bedeutet dies, dass die Kompetenz in diesen Bereichen weiterhin der entscheidende Wettbewerbsvorteil bleibt, auch wenn die Wachstumsdynamik bei der Einführung neuer Kriterien vorerst nachlässt.
Möchten Sie tiefere Einblicke in eine spezifische Region oder eine bestimmte Branche wie das Baugewerbe oder Architektur erhalten? Ich kann Ihnen gerne detailliertere Daten aus den entsprechenden Anhängen des Berichts zusammenstellen.